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Die
Geschichte des Kredits
Kaum ein Mensch in der westlichen Welt hat
noch nie einen Kredit aufgenommen. Dabei ist es letztlich egal,
ob es sich um einen festen Ratenkredit, einen privaten Kredit
eines Freundes oder Verwandten, den Dispokredit eines Girokontos
oder eine andere Kreditform handelt.
Doch so sehr wir Kredite im Alltag nutzen:
die Wenigsten wissen, dass diese Form der Geldüberlassungen auf
eine Jahrhunderte alte Geschichte zurückblickt.
Schauen wir uns zunächst einmal den Namen
an. Der Begriff Kredit ist aus dem lateinischen abgeleitet. Als
Ursprung kommen sowohl das Verb „credere“, was soviel wie
„glauben“ heißt sowie das „creditum“ = „das auf Treu und Glauben
Anvertraute“ in Frage. Wer also einen Kredit gibt, drückt damit
immer auch sein Vertrauen in dessen Rückzahlung aus.
Die Geschichte der
Kredite ist alt und
reicht bis ins frühe Mittelalter zurück. Dabei kommt der
jüdischen Bevölkerung eine herausgehobene Rolle zu, denn im
Christentum galt lange Zeit das Zinsverbot. Dieses Zinsverbot
leitet sich aus dem Alten Testament ab und wurde durch
verschiedene kirchliche Entscheidung in den Jahren zwischen 1139
und 1311 immer wieder bekräftigt.
So kam es, dass Juden als Einzige in der
Lage und berechtigt waren, Geld gegen Zinsen zu verleihen. Diese
Möglichkeit betraf allerdings lediglich die Vergabe von Krediten
an Nicht-Juden, denn auch innerhalb der jüdischen Gemeinde wurde
lange Zeit ein Zinsverbot praktiziert.
Nutznießer der Kreditvergabe waren vielfach
die Fürsten des Mittelalters, die auf diese Weise sowohl ihre
Hofhaltung als auch ihre Kriege finanzierten. Die Rückzahlung
der Kreditsumme sowie der damit einhergehenden Zinsen erfolgte
dann durch Steuereinnahmen oder durch die Beute der Feldzüge und
Kriege.
Doch nicht nur der Adel galt seinerzeit als
kreditwürdig. Bauern wurde seitens ihrer Lehnsherren Saatgut zur
Verfügung gestellt – die Rückzahlung erfolgte durch einen Anteil
der Ernte.
Zuletzt sind die mittelalterlichen
Kaufleute zu nennen, die bei einem Bankier Geld hinterlegen
konnten und dafür so genannte Kreditbriefe erhielten. Diese
fungierten als Sicherheit gegen Raub und konnten bei den
einzelnen Etappen der Reisestrecke gegen Bargeld eingetauscht
werden.
Parallel zu diesen Formen des Kreditwesens,
entwickelten sich nach und nach auch erste Banken, die vor allem
den Bedürfnissen der Seefahrt und des damit einhergehenden
Handels entgegen kamen. So nimmt es nicht wunder, dass
insbesondere Hafenstädte wie Hamburg, Genua, London oder
Amsterdam nach und nach zu Handelstädten und somit auch Zentren
des Kreditwesens wurden.
Im weltlichen Bereich fiel das Zinsverbot
bereits ab dem Jahr 1545, die Kirche schaffte dieses allerdings
erst im Jahr 1822 endgültig ab.
In diese Zeit – wir schreiben das
beginnende 19. Jahrhundert – fallen auch die ersten
Bankgründungen als Kapitalgesellschaften, um den stetig
ansteigenden Kreditbedarf seitens der Wirtschaft bedienen zu
können.
Es folgte die Industrialisierung, innerhalb
deren Spar- und Konsumgenossenschaften sowie die ersten Volks-
und Raiffeisenbanken entstanden. Diese gewährten ebenfalls
Kredite, mit dem Zweck, die kleinen- und mittelständischen
Betriebe gegenüber den neu entstehenden Industriebetrieben zu
sichern.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges
erfuhr das Kreditwesen einen erneuten Aufschwung. Nun waren es
auch Privatleute, die Konsumentenkredite unterschrieben und so
ihren steigenden Lebensstandard finanzierten.
Die ersten Dispositionskredite entstanden
dann Anfang der 1970er Jahre und wurden meist an den Eingang
regelmäßiger Gehälter gekoppelt.
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